Die berufliche Sicherheit und der Gesundheitsschutz sind für Unternehmen von herausragender Bedeutung, insbesondere in risikobehafteten Branchen wie der Filmindustrie. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat nun interessante Ansätze aufgezeigt, wie die Vorgehensweisen von Stuntteams im Filmgeschäft als wertvolle Inspiration für das Risikomanagement in Unternehmen dienen können.
Stuntteams sind dafür bekannt, unter extremen Bedingungen zu arbeiten, wobei Sicherheit immer an erster Stelle steht. Diese Gruppen bestehen aus hochqualifizierten Fachleuten, die sich auf riskante Aktionen spezialisiert haben. Ihre Fähigkeiten, Risiken zu erkennen, zu bewerten und entsprechend zu handeln, sind nicht nur für die Durchführung von Filmaufnahmen entscheidend, sondern können auch auf die Arbeitswelt übertragen werden. Die BG ETEM hebt hervor, dass die Prinzipien, die Stuntteams anwenden, auch zur Verbesserung des Arbeitsschutzes in anderen Branchen beitragen können.
Ein zentraler Aspekt des Risikomanagements ist die umfassende Planung. Stuntteams arbeiten nur dann erfolgreich, wenn sie im Vorfeld alle potenziellen Gefahren identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken ergreifen. Dies beginnt bereits bei der Auswahl der geeigneten Stunt-Doubles, die nicht nur über die nötigen körperlichen Fähigkeiten verfügen, sondern auch in der Lage sind, Gefahrensituationen schnell zu erkennen und angemessen zu reagieren. Übertragen auf die Arbeitswelt bedeutet dies, dass Unternehmen regelmäßig Gefahrenanalysen durchführen sollten, um potenzielle Risiken zu identifizieren. Dabei sollten alle Mitarbeiter einbezogen werden, denn sie sind oft die ersten, die Gefahren wahrnehmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schulung und Ausbildung. Stuntteams trainieren kontinuierlich, um stets auf dem neuesten Stand der Technik und Sicherheit zu bleiben. Diese regelmäßigen Schulungen helfen den Teammitgliedern, ihre Fähigkeiten zu verfeinern und sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten. In der Unternehmenswelt sollte ein ähnlicher Ansatz verfolgt werden. Mitarbeiterschulungen, die sich auf Sicherheitsprotokolle und Risikomanagement konzentrieren, sind unerlässlich. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter nicht nur die nötigen Fähigkeiten besitzen, sondern auch in der Lage sind, diese in kritischen Situationen anzuwenden.
Das Konzept der Teamarbeit ist ein weiterer Aspekt, den Unternehmen von den Stuntteams lernen können. Bei Stunts ist es entscheidend, dass alle Teammitglieder eng zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können. Diese Zusammenarbeit ist auch im beruflichen Umfeld von großer Bedeutung. Ein starkes Team, das gut kommuniziert und koordiniert arbeitet, kann Risiken effektiver managen und auf unerwartete Situationen besser reagieren. Die BG ETEM empfiehlt Unternehmen, eine Kultur der Offenheit zu fördern, in der Mitarbeiter ihre Bedenken und Ideen zur Verbesserung der Sicherheitspraktiken frei äußern können.
Ein oft übersehener Aspekt ist die Nachbesprechung nach einer durchgeführten Aktion. Stuntteams analysieren nach jedem Dreh, was gut gelaufen ist und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Diese Reflexion hilft, aus Fehlern zu lernen und zukünftige Risiken besser einzuschätzen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie nach der Umsetzung von Projekten oder der Durchführung von Schulungen regelmäßig Feedback-Runden einführen sollten. Solche Nachbesprechungen fördern nicht nur das Lernen aus Erfahrungen, sondern stärken auch das Bewusstsein für Sicherheitsfragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Prinzipien der Risikobewertung und -bewältigung, die von Stuntteams angewendet werden, wertvolle Impulse für Unternehmen in verschiedenen Branchen bieten können. Durch sorgfältige Planung, kontinuierliche Schulung, Teamarbeit und regelmäßige Reflexion können Unternehmen ihre Sicherheitsstandards erheblich verbessern und somit die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter fördern. Die BG ETEM ermutigt daher alle Unternehmen, von diesen Methoden zu lernen und sie in ihre eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Auf diese Weise können sie nicht nur Risiken minimieren, sondern auch eine positive Sicherheitskultur fördern, die allen zugutekommt.
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