Reform der Primärversorgung: AOK fordert klare Maßnahmen für bessere Gesundheitsversorgung**

Reform der Primärversorgung: AOK fordert klare Maßnahmen für bessere Gesundheitsversorgung**

Berlin (ots) – Bei dem heutigen Auftaktgespräch zur Reform der Primärversorgung, an dem Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Vertreter des AOK-Bundesverbands teilnehmen, hat Dr. Carola Reimann, die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, wichtige Standpunkte zur zukünftigen Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung in Deutschland geäußert.

In ihrer Stellungnahme betonte Dr. Reimann die Dringlichkeit und Notwendigkeit, die Primärversorgung in Deutschland grundlegend zu überarbeiten. Die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen erforderten ein schnelleres Handeln und innovative Ansätze, um eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Die AOK sieht in der Reform der Primärversorgung eine wesentliche Chance, die Gesundheitsversorgung effektiver und patientenorientierter zu gestalten.

Ein zentrales Anliegen von Dr. Reimann ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen. Die Integration von Hausärzten, Fachärzten, Therapeuten und Pflegekräften sei entscheidend, um den Patienten eine nahtlose und koordinierte Versorgung zu bieten. Hierbei müsse der Fokus auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit liegen, die es ermöglicht, die Patienten ganzheitlich zu betreuen und ihre individuellen Bedürfnisse besser zu berücksichtigen.

Ein weiterer Punkt, den die AOK-Vorsitzende ansprach, ist die Notwendigkeit, mehr Anreize für die Niederlassung von Ärzten in ländlichen Regionen zu schaffen. Der Ärztemangel in vielen Teilen Deutschlands ist ein drängendes Problem, das dringend angegangen werden muss. Dr. Reimann forderte die Politik auf, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Attraktivität von Arztpraxen in unterversorgten Gebieten zu erhöhen. Dazu könnten finanzielle Anreize, aber auch Unterstützung bei der Praxisgründung gehören.

Zusätzlich wies Dr. Reimann auf die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen hin. Die Nutzung digitaler Technologien könne dazu beitragen, die Effizienz der Primärversorgung erheblich zu steigern. Telemedizin, digitale Patientenakten und Online-Termine seien Beispiele dafür, wie der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen erleichtert werden kann. Dies sei besonders wichtig in einer Zeit, in der viele Menschen aufgrund von Wartezeiten oder mangelnder Erreichbarkeit von Ärzten Schwierigkeiten haben, die benötigte Versorgung zu erhalten.

Die AOK sieht auch die Notwendigkeit, die finanziellen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu reformieren. Eine transparente und faire Vergütung für medizinische Leistungen sei unerlässlich, um die Qualität der Versorgung auf einem hohen Niveau zu halten. Dr. Reimann plädierte dafür, ein Vergütungssystem zu entwickeln, das sowohl die Qualität als auch die Quantität der erbrachten Leistungen berücksichtigt und Anreize für präventive Maßnahmen schafft.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reform ist die Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung. Dr. Reimann betonte, dass die Primärversorgung nicht nur in der Behandlung von Krankheiten, sondern auch in der Verhinderung von Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen sollte. Präventive Maßnahmen, wie regelmäßige Gesundheitschecks und Aufklärungsprogramme, seien unerlässlich, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu sichern und Kosten im Gesundheitswesen zu senken.

Abschließend unterstrich Dr. Reimann die Wichtigkeit eines offenen Dialogs zwischen allen Akteuren im Gesundheitswesen. Nur durch einen konstruktiven Austausch könne es gelingen, die Herausforderungen der Primärversorgung zu meistern und eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung zu gestalten. Die AOK ist bereit, ihren Beitrag zu leisten und aktiv an der Entwicklung von Lösungen mitzuarbeiten, die den Bedürfnissen der Patienten gerecht werden.

Insgesamt zeigt die Stellungnahme von Dr. Reimann, dass die Reform der Primärversorgung ein vielschichtiges Thema ist, das sowohl strukturelle als auch inhaltliche Veränderungen erfordert. Die AOK setzt sich dafür ein, dass diese Reformen schnell und effektiv umgesetzt werden, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.